Färberkreuz in neuem Glanz

Färberkreuz in neuem Glanz

Pfarrangehörige aus Oberzeiring pilgerten zur Weihe des restaurierten Pestkreuzes.

Am 1. Mai erfolgte die Weihe des restaurierten Färberkreuzes durch Pfarrer Mag. Gregor Szoltysek. 42 Pilger aus Oberzeiring wanderten – wie alle Jahre am 1. Mai – auf Grund eines Gelübdes aus der Pestzeit sieben Stunden lang zur Pfarrkirche Maria Schöder. Dieses Mal war die Weihe des Färberkreuzes ein besonderer Anlass. Diese Licht- und Bildsäule stammt aus dem 15. Jahrhundert und erinnert an die Pestseuche, die im Jahr 1715 in der Pfarre Schöder 213 Tote forderte. Bereits seit 1640 gibt es die Wallfahrten von Oberzeiring nach Schöder. Die Feier wurde von der Musikkapelle Edelweiß musikalisch umrahmt. Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister Rudolf Mürzl berichteten die Restauratorin Erika Thümmel und Wolfgang Wieland über die besonders gelungene Restaurierung. Die unter Denkmalschutz gestellte gotische Bildsäule aus Tuffstein erstrahlt nun in neuem Glanz und das Bild zeigt die sehr seltene Darstellung „Der gegeißelte Christus im Verlies“. Anschließend zogen die Wallfahrer in die Pfarrkirche, wo der ehemalige Pfarrer von Schöder Msgr. Klement Moder (94) gemeinsam mit Pfarrer Szoltysek und Altpfarrer Josef Wonisch die heilige Messe feierte. Die Legende berichtet, dass zur Pestzeit in Oberzeiring kein Vogel mehr gesungen habe, doch als die Pilger in Schöder ankamen, zwitscherten dort die Vögel. Seither werden zur Erinnerung an dieses Ereignis am 1. Mai den Pilgern die Schöderer bzw. Zeiringer Vögel als Backwerk aus Semmelteig angeboten.

Außerdem glaubten die Leute von den zwitschernden Vögeln folgenden Text gehört zu haben: Iß brav Kranewit und Bibernell, wirst alt und stirbst nit so schnell! (Text & Fotos: Wolfgang Wieland & Martina Brunner)